Foto Armin Smailovic
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Prima Facie
Lohengrin
Parsifal
Les Adieux
Effingers
Serse
Der Rosenkavalier
Doctor Atomic
Le Grand Macabre
Awakening
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Turn Of The Screw
Nur wer die Sehnsucht kennt
Fidelio
Last Call
Die grosse Gereiztheit
Lazarus
Frankenstein oder der moderne Prometheus
Am Königsweg
Der Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
You Are Out There
The Hairs On Your Head Are Numbred
Guts Reloaded
Hollow Body
Wagner und Filmmusik
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︎ +41(0)774368608
Prima Facie
von Suzie Miller
aus dem Englischen von Anne Rabe
Schauspielhaus Zürich, Pfauen
Premiere: 16. November 2024
Inszenierung Barbara Weber / Bühnen- und Kostümbild Sara Valentina Giancane / Musik Michael Haves / Lichtdesign Michel Güntert / Video Ruth Stofer / Dramaturgie Bendix Fesefeldt
BESETZUNG
Tessa Ensler Alicia Aumüller
«Es muss sich ändern!»
Prima Facie, die Unschuldsvermutung, die so lange besteht, bis das Gegenteil bewiesen wird, ist das Fundament unserer zivilisierten Gesellschaft. Daran glaubt die Strafverteidigerin Tessa Ensler. Aus einfachen Verhältnissen hat sie sich hochgearbeitet: Matura, Eliteuni, Topkanzlei. Und sie gilt als eine der Besten, erringt Freispruch um Freispruch für ihre Mandanten, in dem sie die Widersprüche und Ungenauigkeiten in der Argumentation der Gegenseite aufspürt. Ihr Spezialgebiet? Die Verteidigung von Männern, denen ein sexueller Übergriff vorgeworfen wird. Bis sie selbst zum Opfer eines solchen Übergriffs wird.
Im Pfauen spielt Ensemblemitglied und Gertrud-Eysoldt-Ring-Trägerin Alicia Aumüller diesen fulminanten Monolog der preisgekrönten australischen Autorin Suzie Miller und zeigt, was es bedeutet, sich als Strafverteidigerin in zwei Welten zu bewegen: In der einen bietet das juristische System Zugang zu Macht und beruflichem Aufstieg, was traditionell Männern vorbehalten sind. In der anderen Welt findet die weibliche Erfahrung sexualisierter Gewalt keinen Platz in der von Männern gemachten juristischen Wahrheit – und Tessa Ensler stellt zum ersten Mal nicht die Frage nach Recht, sondern nach Gerechtigkeit.
Lohengrin
Romantic opera in three acts
Sung in German
Dutch National Opera
Nationale Opera & Ballet Amsterdam
Premiere 11. November 2023
Musical direction Lorenzo Viotti /
Stage direction Christof Loy / Associate director Georg Zlabinger /
Set design Philipp Fürhofer / Costume design Barbara Drosihn / Lighting design Cor van den Brink / Videodesign Ruth Stofer / Choreography Klevis Elmazaj / Dramaturgy Niels Nuijten
CAST
Heinrich der Vogler Anthony Robin Schneider
Lohengrin Daniel Behle
Elsa von Brabant Malin Byström
Friedrich von Telramund Thomas Johannes Mayer
Ortrud Martina Serafin
Der Heerrufer des Königs Björn Bürger
Vier Brabantische Edle Christiaan Peters, François Soons,
Harry Teeuwen, Jeroen de Vaal
Vier Edelknaben Zaylor Burgess, Vida Matičič Malnaršič, Elsa Barthas,
Yvonne Kok
Chorus of Dutch National Opera
Chorus Master Edward Ananian-Cooper
Netherlands Philharmonic Orchestra
Elsa is caught up in a political conflict and has been accused of the murder of her brother, the heir to the throne. In desperation, she calls on a knight who appeared to her in her dreams. Suddenly the apparition of her dreams materialises before her and comes to her aid. Love blossoms between the two of them, yet the stranger imposes an unusual condition: Elsa must never ask him his name. But are human beings able to bear such a great mystery?
Parsifal
Bühnenweihfestspiel in drei Aufzügen
von Richard Wagner
Dichtung vom Komponisten
Aalto Theater Essen
16. März 2025
Musikalische Leitung Andrea Sanguineti, Erik Nielse / Inszenierung Roland Schwab / Bühne Piero Vinciguerra / Kostüme Gabriele Rupprecht / Video Ruth Stofer / Choreinstudierung Klaas-Jan de Groot, Bernhard Schneider / Kinderchoreinstudierung Patrick Jaskolk / Leitung der Bühnenmusik Marlowe Fitzpatrick, Atsuko Ota / Dramaturgie Patricia Knebel
CASTParsifal Robert Watson
Kundry Bettina Ranch
Gurnemanz Sebastian Pilgrim, Friedemann Röhlig
Amfortas Heiko Trinsinger, Ralf Lukas
Klingsor Almas Svilpa, Karel Martin Ludvik
Titurel Andrei Nicoara
Stimme aus der Höhe Hyejun Melania Kwon, Evelyn Krahe, Liliana de Sousa
Blumenmädchen 1. Gruppe
Lisa Wittig, KS. Christina Clark, Cassandra Doyle, Chloë Morgan, Idil Kutay, Rosamond Thomas
Blumenmädchen 2. Gruppe
Janina Mae Dettenborn, Subin Park, Hyejun Melania Kwon, Betsy Horne, Evelyn Krahe, Yeeun Yeo, Liliana de Sousa
1. Gralsritter Mykhailo Kushlyk
2. Gralsritter Valentin Anikin, Baurzhan Anderzhanov
1. Knappe Lisa Wittig, Chloë Morgan, Idil Kutay
2. Knappe Hyejun Melania Kwon, Evelyn Krahe, Liliana de Sousa
3. Knappe Aljoscha Lennert, Albrecht Kludszuweit
4. Knappe Ju Hyeok Lee, Zicong Han
Die Namenlose Renate Henze
Auf der Burg Monsalvat schützen Ritter den heiligen Gral. König Amfortas leidet an einer unheilbaren Wunde, zugefügt mit dem heiligen Speer durch den von der Gralsgemeinschaft verwiesenen Klingsor. Gurnemanz weiß, was Amfortas Gesundheit bringen würde: ein reiner Tor, der durch das Fühlen von Mitleid wissend wird. Ein Unbekannter – von dem man hofft, er sei der Erlöser – erscheint.
Durch Kundry erkennt Parsifal, dass er Amfortas erlösen und neuer Herrscher der Gemeinschaft werden muss. Er macht sich auf eine Odyssee zu den Gralsrittern, die seine Rückkehr bereits sehnlichst erwarten. Der als Bühnenweihfestspiel bezeichnete „Parsifal“ ist Richard Wagners letztes Musikdrama. Der Komponist behandelt darin die Themen Versuchung, Verführung, Religion und Erlösung. Die kompositorische Übersetzung dieser mündete in ein musikalisches Epos, das durch seinen auratischen und übersinnlichen Klang besticht und mit seinem sich über weite melodische Bögen erstreckenden Fluss eine Kraft entfaltet, die Wagner als „entrückende Wirkung aufs Gemüt“ beschrieb. „Parsifal“ war zum Zeitpunkt seiner Uraufführung 1882 „Zukunftsmusik“, mit der der Komponist die Grenzen der Dur-Moll-Tonalität auslotete, den Orchesterklang reformierte und spektakulärerhabene Verwandlungsmusiken schuf, die die Konzepte von Raum und Zeit verschwimmen lassen. Wagners „opus magnum“ nimmt sich der renommierte Regisseur Roland Schwab an, der 2022 bei den Bayreuther Festspielen seine umjubelte Inszenierung von „Tristan und Isolde“ präsentierte.
Les Adieux
Schlossspiele Ludwigsburg, Philharmonie Berlin, Hamburg Laeiszhalle,
Premiere 11. Mai 2022
Menhuinfestival Gstaad,
Salzburger Festspiele
Konzept, Violine und Leitung Patricia Kopatchinskaja / Musik Mahler Chamber Orchestra / Visuelle Gestaltung Lani Tran-Du / Video Ruth Stofer, Tabea Rothfuchs / Lichtdesign Markus Güdel / Sound-Design Katharina Pelosi
Am 16. Mai 2022 sorgten Patricia Kopatchinskaja und das Mahler Chamber Orchestra für einen ganz besonderen Konzertabend in der Laeiszhalle. Mit ihrem Projekt »Les Adieux« stellten sie sich dringenden Fragen der Gegenwart und formulierten ein klares und eindrucksvolles Statement zum Klimawandel.
»Die Welt ist nicht mehr wie zu Beethovens Zeiten«, erklärt Patricia Kopatchinskaja. In ihrem außergewöhnlichen Konzertprogramm rund um Beethovens berühmte »Pastorale« möchte sie aufrütteln, zum Nachdenken anregen – Alarm schlagen. Beethovens »Pastorale« bildet mit ihren Vogelstimmen den Ausgangspunkt einer ursprünglich belassenen Natur. Immer wieder wird sie unterbochen.
»Die Natur hat sich geändert seit Beethovens Zeiten«, meint Patricia Kopatchinskaja. In Auszügen aus Violinkonzerten von Robert Schumann und Dmitri Schostakowitsch nimmt sie Abschied von der heilen Welt. »Es ist ein Begräbnis«, erklärt sie.
Les Adieux wurde erneut zu den Salzburger Festspielen 2026 aufgeführt.
Effingers
Nach dem Roman von Gabriele Tergit
Uraufführung
Kammerspiele München
Premiere 18.9.2021
Regie Jan Bosse / Bühne Stéphane Laimé / Kostüme Kathrin Plath / Musik Arno Kraehahn / Licht Stephan Mariani / Videodesign Ruth Stofer / Dramaturgie Viola Hasselberg
BESETZUNG
Katharina Bach
André Benndorff
Zeynep Bozbay
Johanna Eiworth
Julia Gräfner
André Jung
Anna Gesa-Raija Lappe
Bekim Latifi
Christian Löber
Katharina Marie Schubert
Edmund Telgenkämper
Lucy Wilke
Gabriele Tergit (1894-1982) ist eine viel zu lang vergessene weibliche, jüdische Stimme. 1933 musste die Gerichtsreporterin und Autorin aus Deutschland fliehen. Als brillante literarische Chronistin beschreibt sie die Gefährdungen der Demokratie. Ihr großer Familienroman „Effingers“ erzählt den vitalen Aufstieg sowie den schleichenden Untergang einer bürgerlichen Welt zwischen 1870 und 1939. Man durchlebt aus den Wohnzimmern zweier jüdischer Kaufmannsfamilien den Abgesang des Kaiserreichs, den Ersten Weltkrieg, die Spanische Grippe, die Ausrufung der Republik, die Machtergreifung der Nazis. Der Absturz in den Faschismus geschieht zunächst unbemerkt.
Zwei Weltkriege, Faschismus, Frauenbewegung, Pandemie, Inflation – inmitten all dieser Ereignisse lebte Gabriele Tergit, die als wichtige literarische und politische Stimme des letzten Jahrhunderts gerade erst wiederentdeckt wird. Tergit dokumentierte mehr als 40 Jahre lang in zahlreichen Gerichtsreportagen die Welt des frühen 20. Jahrhunderts, 1933 floh sie vor den Nazis aus Deutschland.
Ihr Familienroman „Effingers“ porträtiert das Leben einer jüdischen Familie zwischen 1883 und 1942. Drei Generationen wachsen auf, suchen Rückhalt und Stabilität in ihrer Familie oder emanzipieren sich von ihren Zwängen. Sie verlieben sich, werden verheiratet oder heiraten gar nicht, fahren das erste Mal Auto, experimentieren mit dem technischen und wirtschaftlichen Fortschritt, erleben einen Weltkrieg, sind Teil des gesellschaftlichen Aufstiegs und stürzen ab. Die „Effingers“ erwecken nicht nur verschiedene Menschen im Kontext ihrer Zeit zum Leben, sondern greifen thematisch direkt in unsere Gegenwart.
Das Erinnern an eine im Faschismus untergegangene Welt gestaltet die Autorin als einen vielschichtigen, letztlich in die Zukunft gerichteten Akt, der immer wieder auch Raum für Sarkasmus und Humor lässt. Jan Bosses Inszenierung für ein großes Ensemble findet für dieses Erinnern besondere Bilder und Atmosphären.
Serse
Dramma per musica in drei Akten von Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Unbekannter Librettist nach einem von Silvio Stampiglia bearbeiteten Operntext von Nicolò Graf Minatos
Premiere Theater Winterthur
6. Mai 2023
Premiere Opernhaus Zürich
29. September 2024
Musikalische Leitung Enrico Onofri, Markellos Chryssico / Inszenierung Nina Russi / Bühne Julia Katharina Berndt / Kostüme Annemarie Bull / Video Ruth Stofer / Lichtgestaltung Hans-Rudolf Kunz / Dramaturgie
Serse Raffaele Pe / Siena Licht Miller
Arsamene Christophe Dumaux / Simone McIntosh
Amastre Noa Beinart / Freya Apffelstaedt
Romilda Anna El-Khashem / Yewon Han
Atalanta Miriam Kutrowatz / Chelsea Zurflüh
Ariodate Miklos Sebestyén / Benjamin Molonfalean
Elviro Gregory Feldmann
«Ombra mai fù» ist eine der beliebtesten Arien aus der Barockzeit und so bekannt wie das «Ave Maria» von Schubert. Dass dieser Evergreen aus Georg Friedrich Händels drittletzter Oper Serse stammt und auch gar nicht so ungebrochen feierlich gemeint ist, wie es zunächst scheint, dürften jedoch die wenigsten wissen. Die Arie steht am Beginn der Oper und zeigt den Herrscher Serse (Xerxes), wie er sich selbstzufrieden der schattigen Schönheit der Natur hingibt. Doch es ist bloss die Ruhe vor dem Sturm. Denn Serses Objekt der Begierde wechselt urplötzlich von einer schattenspendenden Platane auf ein weibliches Wesen: Romilda, die Verlobte seines Bruders Arsamene. In der Folge jagen sich Intrigen und Missverständnisse, und die Akteure – eine betrogene Braut, zwei unglücklich Liebende, eine intrigante Schwester und ein ungeschickter Diener – durchleben das gesamte Gefühlsspektrum von Wut, Eifersucht und Enttäuschung bis zum höchsten Liebesglück. Äusserst facettenreich charakterisiert Händel dabei seine Titelfigur. Serse, der Herrscher, ist in keinem Moment souverän, sondern seinen Begierden und menschlichen Schwächen hilflos ausgeliefert. Die Oper fiel bei ihrer Uraufführung 1738 beim Publikum durch. Heute jedoch zählt Serse zu den beliebtesten Stücken Händels. Am Theater Winterthur spürt die junge Schweizer Regisseurin Nina Russi gemeinsam mit den Mitgliedern des Internationalen Opernstudios dem psychologischen Hintersinn dieses Werks nach, Dirigent ist der griechische Barockspezialist Markellos Chryssicos.
Der Rosenkavalier
Richard Strauss
Komödie für Musik in drei Akten
Libretto von Hugo von Hofmannsthal
Opernhaus Zürich
21. September 2025
Musikalische Leitung Joana Mallwitz / Inszenierung Lydia Steier / Ausstattung und ästhetische Gesamtkonzeption Gottfried Helnwein / Bühnenbildmitarbeit Dieter Eisenmann / Kostümmitarbeit Louise-Fee Nitschke / Choreografie Tabatha McFadyen / Lichtgestaltung Elana Siberski / Video Tabea Rothfuchs, Ruth Stofer / Choreinstudierung Klaas-Jan de Groot / Dramaturgie Kathrin Brunner
BESETZUNG
Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg Diana Damrau
Der Baron Ochs auf Lerchenau Günther Groissböck
Octavian Angela Brower
Herr von Faninal Bo Skovhus
Sophie Emily Pogorelc
Jungfer Marianne Leitmetzerin Christiane Kohl
Valzacchi Nathan Haller
Annina Irène Friedli
Ein Polizeikommissar Stanislav Vorobyov
Der Haushofmeister bei der Feldmarschallin Johan Krogius
Der Haushofmeister bei Faninal Daniel Norman
Ein Notar Max Bell
Ein Wirt Johan Krogius
Ein Sänger Omer Kobiljak
Eine Modistin Rebeca Olvera
Leopold Sandro Howald
Drei adelige Waisen Sylwia Salamońska-Bączyk, Thalia Cook-Hansen, Cashlin Oostindië
Ein Tierhändler Salvador Villanueva Zuzuarregui
Mit dem «Rosenkavalier», angesiedelt in einem imaginierten Wien des Rokoko und doch eng mit dem dekadenten Fin de siècle verknüpft, schufen Strauss und Hofmannsthal eine tiefsinnige Gesellschaftskomödie. Nicht ohne Wehmut lässt die Marschallin ihren jungen Geliebten Octavian ziehen, als dieser sich Hals über Kopf in Sophie aus dem bürgerlichen Hause Faninal verliebt. So schwelgerisch Strauss’ Partitur ist, so zart ist sie in Momenten von Traum und Melancholie. Regisseurin Lydia Steier inszeniert Strauss' Oper nach einem ästhetischen Konzept des österreichischen Künstlers Gottfried Helnwein. Diana Damrau singt die Marschallin. Joana Mallwitz, Chefdirigentin am Konzerthaus Berlin, leitet das Orchester der Oper Zürich.
Doctor Atomic
Oper in zwei Akten von John Adams
Text von Peter Sellars
In englischer Sprache mit deutschem Übertext
Theater am Goetheplatz Bremen
Premiere 16. September 2023
Musikalische Leitung Stefan Klingele / Regie Frank Hilbrich / Bühne Volker Thiele / Kostüme Gabriele Rupprecht / Licht Christian Kemmetmüller / Videodesign Ruth Stofer / Sounddesign Mathias Kluge / Dramaturgie Frederike Krüge / Choreografische Mitarbeit Jacqueline Davenport
BESETZUNG
Robert Oppenheimer Michał Partyka
Kitty Oppenheimer Nadine Lehner
General Leslie Groves Elias Gyungseok Han
Edward Teller Hidenori Inoue
Robert R. Wilson Stefan Hahn
Jack Hubbard Christoph Heinrich
Captain James Nolan Wolfgang von Borries
Pasqualita Constanze Jader, Maria Koshiishi
Chor Opernchor des Theater Bremen
Orchester Bremer Philharmoniker
Statisterie Statisterie des Theater Bremen
„Wir wussten, die Welt würde nicht mehr dieselbe sein.“ (Robert Oppenheimer) — Das musikalische Kaleidoskop eines (un-)moralischen Experiments: Von Los Alamos ging kein Segen für die Menschheit aus. Dort, in der Wüste des US-Bundesstaates New Mexico, war am 16. Juli 1945 der Versuch erfolgreich, Plutonium, also nukleares Brennmaterial in großem Umfang zur Explosion zu bringen. Diesem Trinity-Test des Manhattan-Projekts, bei dem die erste Atombombe der Menschheitsgeschichte gezündet wurde, folgten bereits drei Wochen später die Atombomben-Angriffe auf Hiroshima und Nagasaki. Komponist John Adams und Librettist Peter Sellars griffen für ihre Oper auf freigegebene US-amerikanische Regierungsdokumente und auf die Korrespondenz der am Projekt beteiligten Wissenschaftler, Regierungsbeamten und Militärvertreter zurück. Zwischen Skrupeln und Selbstherrlichkeit, Larmoyanz und Kaltschnäuzigkeit stellt Adams mit kompositorischer Wucht die Fragen nach der Verantwortung der Erkenntnis im Fortschrittseifer, wenn das Wissen zur Währung der Macht wird und die vermeintliche Selbstlosigkeit im Dienste der Menschheit zwischen die Mühlen der (Un-)Moral gerät.
Le Grand Macabre
GYÖRGY LIGETI 1923–2006
Oper in zwei Akten
Text von Michael Meschke und
György Ligeti nach Michel de Ghelderode
Oper Frankfurt
Premiere 5. November 2023
Musikalische Leitung Thomas Guggeis / Inszenierung Vasily Barkhatov / Bühnenbild Zinovy Margolin / Kostüme Olga Shaishmelashvili / Videodesign Ruth Stofer, Tabea Rothfuchs / Licht Joachim Klein / Chor Tilman Michael / Dramaturgie Maximilian Enderle
BESETZUNGNekrotzar Simon Neal
Piet vom Fass Peter Marsh
Fürst Go-Go Eric Jurenas
Venus / Chef der Gepopo Anna Nekhames
Astradamors Alfred Reiter
Mescalina Claire Barnett-Jones
Weißer Minister Michael McCown
Schwarzer Minister Ian MacNeil
Amanda Elizabeth Reiter
Amando Karolina Makuła
Schobiak Yan-Lei Chen
Ruffiak Nicolai Klawa
Schabernak Yongchul Lim
Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Endzeitstimmung in Breughelland: Ein Sensenmann kündigt den Weltuntergang für Mitternacht an. Die Zeit läuft …Im Angesicht der bevorstehenden Katastrophe scheint es mit der Sorglosigkeit im imaginären Fürstentum vorbei zu sein. Während ein Liebespaar ganz in seiner Lust vergehen möchte, spannt der selbsternannte Todesprophet Nekrotzar den weinseligen Piet vom Fass und den Sternengucker Astradamors als Gehilfen ein und zieht zum Palast. Dort hat die Schreckensnachricht den allseits beliebten Fürsten und die intriganten Minister bereits durch den Chef der Gepopo, der Geheimen Politischen Polizei, erreicht.Geräuschvoll, traumwandlerisch und ziemlich schräg hüllt sich Ligetis Endspiel-Oper in einen kunterbunten Mantel, unter dem der Schabernack regiert. Das Schauspiel La Balade du Grand Macabre des Belgiers Michel de Ghelderode, eine Art absurdes Mysterienspiel von 1934, liefert dem Komponisten den tragikomischen Stoff für sein Musiktheater, das im Auftrag des Königlichen Opernhauses in Stockholm entsteht. Als Kommentar auf die Dogmen der musikalischen Avantgarde der Zeit nennt der in Rumänien geborene und seit 1956 im Exil lebende Ungar sein Werk augenzwinkernd eine »Anti-Anti- Oper« – im Grunde die Rückkehr zur Oper im traditionellen Sinne, allerdings »gefährlich, übertrieben, ganz verrückt und dreckig«. Inspiriert vom Prinzip der Pop-Art, überlagern sich allerhand musikalische Anleihen, verfremdete Zitate und der derb komische Text zu einem überdrehten Stilmix: Alltagsgegenstände tönen, halsbrecherische Koloraturkaskaden wirbeln, Requiem- Splitter tauchen auf, Himmelsklänge schweben.Die Musik ist dabei stets der Motor für die skurrilen Typen dieses verlotterten Welttheaters, das zudem mit dem wohl herrlichsten Besäufnis der Operngeschichte aufwartet. In einem ordentlichen Rausch zeigt die Apokalypse gleich ein anderes Gesicht. Ganz nach dem Motto »kein Spiel ohne Ernst« – oder umgekehrt – lässt Ligetis Weltuntergangsgroteske über Sinn und Unsinn der menschlichen Existenz nachdenken.
Awakening
Musik von Param Vir
Dramatische Dichtung von David Rudkin
Uraufführung
Oper Bonn
Premiere 1. März 2026
Musikalische Leitung Daniel Johannes Mayr / Regie Vasily Barkhatov / Bühnenbildner Zinovy Margolin / Choreographie Sommer Ulrickson / Kostümbild Olga Shaishmelashvili, Arina Slobodianik / Video Ruth Stofer / Lichtgestaltung Olaf Winter / Chordirektion André Kellinghaus, Ekaterina Klewitz / Choreographie-Mitarbeit
Marko E Weigert
BESETZUNG
Director / Anand / A randomist philosopher Mark Morouse
Prince Gautam, later The Buddha Cody Quattlebaum
Kanthak, his horse / The Celestial / An agnostic philosopher Ralf Rachbauer
Messenger of Age / Mara / A Warrior King / A Ploughman / An amoralist philosopher Martin Tzonev
Messenger of Sickness / A fiery priest Giorgos Kanaris
Messenger of Death / A Sister Susanne Blattert
Channa / Angulimala / A priest in white Christopher Jähnig
Lady Gautami, Later Sister Gautami Yannick-Muriel Noah
Princess Yasodhara / Young Mother Katerina von Bennigsen
A Young Actor, Later Sunita / A fatalist philosopher Tae Hwan Yun
An Extreme Asketic / A Vexed Monk Johannes Mertes
Rustic 1 Mary Rosada
Rustic 2 Han Saem Park
Rustic 3 Miljan Milovic
Rustic 4 Nicholas Probst
Rustic 5 Jongmyung Lim
Beethoven Orchester Bonn
Chor des Theater Bonn
Kinder- und Jugendchor des Theater Bonn
Statisterie des Theater Bonn
Eine Schauspieltruppe zeigt den Lebensweg Siddhartha Gautamas zum Buddha. Es gibt kein Theater, nur einen kahlen Raum ohne Bühne. In der Mitte: eine Fläche, auf der die Darstellenden in ihre Rollen treten. Die Vorstellung nimmt ihren Lauf – der Darsteller Gautamas verschmilzt mehr und mehr mit Buddha, als ein Trauerzug die Darbietung unterbricht. Die Grenzen zwischen Theater und Realität beginnen zu verschwimmen. Bomben fallen, der Krieg tobt. Mit dem Krieg kommt der Tod – vor dem nicht einmal Buddha selbst gefeit ist. Doch wenn scheinbar alle Hoffnung erloschen ist, bleiben die Erzählungen Buddhas, die uns lehren: Der einzige Weg aus dem Leid ist das Erwachen.
Aufstieg und Fall
der Stadt Mahagonny
Kurt Weill (1900 – 1950)
Opera in Three Acts
Libretto by Bertolt Brecht
Oper Bonn
Premiere 11. September 2022
Musikalische Leitung Dirk Kaftan / Inszenierung Volker Lösch / Bühne Carola Reuther / Kostüme Carola Reuther, Miriam Schubach / Video Ruth Stofer, Robi Voigt / Licht Max Karbe / Choreinstudierung Marco Medved
BESETZUNG
Leokadja Begbick Susanne Blattert
Fatty, der Prokurist Martin Koch
Dreieinigkeitsmoses Giorgos Kanaris
Jenny Hill Nathalie Karl
Jim Mahoney Matthias Klink
Jack / Tobby Higgins Matthew Peña
Sparbüchsen Billy Mark Morouse
Joe Tobias Schabel
Frauen von Mahagonny Damen des Opern- und Jugendchores
Männer Herren des Opernchores
Entertainer Schauspieler und Schauspielerinnen der Schauspielschule Siegburg
Zeitzeugen Laura Beiling, Elisabeth Beiling, Reinhold Beiling
Chor des Theater Bonn
Beethoven Orchester Bonn
Der Dirigent Gustav Brecher, von 1914 bis 1933 Generalmusikdirektor der Oper in Leipzig, war ein Mann der mutigen Entscheidungen. Unter seiner Leitung fanden die Uraufführungen von Kreneks JONNY SPIELT AUF und DAS LEBEN DES OREST statt; selbst noch im März 1933 wagte er sich daran, Kurt Weills DER SILBERSEE zu präsentieren – eine Vorstellung, die er wegen der fortgesetzten Störungen durch Nazis im Zuschauerraum nicht bis zum Schluss dirigieren konnte, weil er spürte, dass der Hass auf ihn als Juden und als „Kulturbolschewisten“ lebensbedrohlich war.
Schon am 9. März 1930 hatten sich ähnliche Szenen abgespielt, als Brecher mit AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY eine der erfolgreichsten Arbeiten von Kurt Weill mit seinem Textautor Bertolt Brecht aus der Taufe gehoben hatte. Im Saal platzierte Nazi-Horden brachten die Stimmung so sehr gegen das Werk auf, dass die Vorstellung beinahe hätte abgebrochen werden müssen.
Weill, Brecht und Brecher verließen Deutschland 1933 unabhängig voneinander als Verfemte. Der Komponist fand über den Umweg Frankreich in den USA zu einer veränderten Klangsprache und konnte am Broadway teilweise an seine früheren Erfolge anknüpfen. Als er 1950 in New York starb, war er keineswegs in Deutschland vergessen und gelangte mit seinen Werken (vor der DREIGROSCHENOPER und AUFSTIEG UND FALL) zurück ins Repertoire der Theater jenes Landes, dem er sich selbst seit seiner erzwungenen Flucht, spätestens aber seit Verleihung der amerikanischen Staatsbürgerschaft 1943, nicht mehr verbunden fühlte.
The Turn of the Screw
Opera in two acts with prologue
Libretto Myfanwy Piper, based on Henry James' short story of the same name
Music Benjamin Britten
New production Opéra national de Lorraine Nancy
April 7th 2021
Conductor Bas Wiegers, Lorraine National Opera Orchestra / Director Eva-Maria Höckmayr / Dramaturgy Mark Schachtsiek / Sets and Costumes Thilo Reuther / Video Ruth Stofer / Video and Costume Assistant Alexandra Costa Pinto / Lighting Cécile Giovansili-Vissière
CAST
Housekeeper Sarah-Jane Brandon
Peter Quint and Narrator Stuart Jackson
Miles Daniel Todd (Young singer from the Trinity Boys Choir)
Flora Shira Patchornik
Mrs. Grose Allison Cook
Miss Jessel Susanna Hurrell
Pianist Emmanuel Olivier
Little Flora Iseult Picard
Extras Erwan Demois, France Duval, Maël Saunier, Ydris Steinmetz et Aisan Taszhanova
It is a curious story... Summoned to a manor house in the English countryside to take care of two orphans, a governess has to cope with extraordinary phenomena: what happened to her predecessor and her lover? Where do the voices the children hear come from? What is this past that they seem never to be able to heal?
Infused with the writing of Henry James - the author of the short story that inspired it - The Turn of the Screw plunges us into a disturbing world where the concept of objective reality gradually dissolves. James's reader and Britten's spectator lead the enquiry, grasping the facts through the accounts of a mysterious narrator, a maid and children whom they are not sure they can trust and whose very existence they sometimes end up doubting. A sense of vertigo. Stage director Eva-Maria Höckmayr loves these labyrinthine works, the quicksand in which the characters struggle until they lose their footing, the slow decomposition of what we believed to be the truth.
As the twentieth century of music bids farewell to tonality, Britten keeps of the beaten track. In the aftermath of the Second World War, he formed the English Opera Group, which sought to rebuild the operatic arts with the economy of means implicit in a world in ruins. For The Turn of the Screw he composed music where harmony flirts with dissonance, just as ghosts mingle with the living on the misty shores of the Lake at Bly.
The Turn of the Screw has been recorded and will be broadcasted on ViàVosges TV and Qwest TV soon.
Nur wer die Sehnsucht kennt
TSCHAIKOWSKI-LIEDER INSZENIERT VON CHRISTOF LOY
Oper Frankfurt
Premiere Online 26. März 2021
Inszenierung Christof Loy / Bühnenbild und Kostüme Herbert Murauer / Licht Olaf Winter / Choreographische Mitarbeit Andreas Heise / Video Ruth Stofer / Dramaturgie Maximilian Enderle / Bildregie Michael Beyer
BESETZUNG
Sopran Olesya Golovneva
Mezzosopran Kelsey Lauritano
Tenor Andrea Carè
Bariton I Vladislav Sulimsky
Bariton II Mikołaj Trąbka
Klavier Mariusz Kłubczuk / Nikolai Petersen
Live Kamera Johann Dück, Lena Reidt, Tobias Hamann
Liedkompositionen von Peter I. Tschaikowski verbinden sich zu einem intimen Theaterabend, der fünf Figuren und deren widersprüchliche Emotionen zeigt: Unterdrückte Liebesgefühle stehen der Suche nach rauschhaften Momenten gegenüber, die Trauer um zerbrochene Beziehungen führt zu Rückzug und Einsamkeit. Es entsteht eine zwischenmenschliche Dynamik, in der sich die einzelnen Charaktere aneinander abarbeiten, sich lieben, verachten und verklären - und immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen werden.
Tschaikowski erreichte mit seinen über einhundert meist als »Romanzen« bezeichneten Liedern eine stilistische Vielfalt wie kaum ein anderer russischer Komponist. Mit Vorliebe wählte er dabei Texte von Dichtern, die leicht zu verbalisierende Sujets vermieden. Die entstandene Leerstelle, das Ungesagte und Unsagbare, drückt Tschaikowski in seiner Musik aus. Diese unmittelbar erfahrbare Ebene machte die Liedkompositionen bereits zu seinen Lebzeiten populär. Während Tschaikowskis Romanzen in Russland bis heute fest im Repertoire verankert sind, standen sie in Westeuropa lange im Schatten seiner Opern, Sinfonien und Ballette. In der von Christof Loy entwickelten Inszenierung ist nun eine selten gespielte Auswahl an Liedern zu erleben, die durch kurze Klavier- und Kammermusikwerke ergänzt wird.
Die Aufzeichnung wurde von Unitel in Kooperation mit der Oper Frankfurt, dem Hessischen Rundfunk und Arte CONCERT produziert. Eine Veröffentlichung als DVD ist in Planung.
Fidelio
Oper in zwei Aufzügen
von Ludwig van Beethoven (1770 - 1827)
Oper Bonn
Premiere 1. Januar 2020
Musikalische Leitung Dirk Kaftan, Daniel Johannes Mayr / Inszenierung Volker Lösch / Bühne Carola Reuther / Kostüme Alissa Kolbusch / Videodesign Christopher Kondek, Ruth Stofer / Licht Max Karbe / Dramaturgie Stefan Schnabel, Bernhard Helmich / Recherche Kristina Wydra / Choreinstudierung Marco Medved
BESETZUNG
Rocco, Kerkermeister Karl-Heinz Lehner, Tobias Schabel
Don Fernando, Minister Martin Tzonev, Giorgos Kanaris
Don Pizarro, Gouverneur eines Staatsgefängnisses Mark Morouse, Joachim Goltz
Florestan, ein Gefangener Thomas Mohr, Vincent Wolfsteiner
Leonore, seine Gemahlin unter dem Namen "Fidelio" Martina Welschenbach
Marzelline, Roccos Tochter Marie Heeschen, Louise Kemény
Jaquino, Pförtner Kieran Carrel, Martin Koch
1. Gefangener Jonghoon You, Jae Hoon Jung
2. Gefangener Enrico Döring, Nicholas Probst
Regisseur Matthias Kelle
Live-Kamera Krzysztof Honowski, Chantal Bergemann
Zeitzeugin und Zeitzeugen Hakan Akay, Doğan Akhanlı, Süleyman Demirtaş, Agît Keser, Dîlan Yazıcıoğlu
Chor Chor des Theater Bonn
Die erste FIDELIO-Inszenierung des Kalenderjahres 2020 wird durch ihr Erscheinen in der Geburtsstadt des Komponisten mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden. Das Theater Bonn und das Inszenierungsteam um Regisseur Volker Lösch gehen mit Beethoven über Beethoven hinaus, indem sie FIDELIO mit aktuellen Geschichten von politischen Gefangenen in der Türkei und deren Angehörigen aufladen!
Beethoven war der erste wirklich politische Komponist der Musikgeschichte, wofür seine FIDELIO das eindringlichste Beispiel ist. FIDELIO handelt von einem Mann, der die Wahrheit über die undemokratischen Verhältnisse in seinem Land sagt und deshalb im Gefängnis verschwindet. Im Zentrum der Oper steht seine Frau Leonore, durch deren Mut nicht nur die Befreiung ihres geliebten Mannes gelingt, sondern auch die Absetzung des Gewaltherrschers.
In FIDELIO macht Beethoven ein musikalisch-politisches Experiment. Seine Ausgangsfrage lautet: Was muss man tun, um das schier Unmögliche zu erreichen? Seine Antwort: Man muss sein Leben riskieren und bereit sein, eine ungeheure Zerreißprobe auszuhalten. Leonore alias Fidelio gelingt dies, und sie löst letztendlich einen gesellschaftlichen Umsturz aus. Hoffnung ist das Hauptmotiv in jeder Szene und Beethovens Musik eine Inspiration für die Verwirklichung von Utopien.
Die modellhafte Welt von FIDELIO ist ein einziges, großes Gefängnis. Die Türkei ist das aktuelle, europäische Beispiel für einen Staat, in dem Regimegegner verhaftet werden und durch eine Willkürjustiz im Gefängnis verschwinden. Mit dieser Inszenierung wird sich konkret für die Freilassung von Ahmet Altan, Hozan Canê, Gönül Örs, Soydan Akay und Selahattin Demirtaş eingesetzt. Als Zeitzeugen treten u.a. Dogan Akhanli, der drei Mal in türkischen Gefängnissen war und mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet wurde, sowie Süleyman Demirtaş auf, dessen Bruder Selahattin als wichtigster politischer Herausforderer des türkischen Staatspräsidenten Erdoğan gilt und wegen angeblicher Terrorunterstützung seit über drei Jahren im Hochsicherheitstrakt in Edirne unrechtmäßig, so 2018 vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte geurteilt, inhaftiert ist.
Sie möchten sich selber für die Freilassung politischer Gefangener in der Türkei engagieren? Was Sie tun können, finden Sie hier: theater-bonn.de/FreeThemAll
Last Call
Musiktheater in drei Akten von Michael Pelzel (*1978)
Libretto von Dominik Riedo
Uraufführung
Studiobühne, Opernhaus Zürich
Premiere 28. Juni 2019
Komposition Michael Pelzel / Musikalische Leitung Jonathan Stockhammer / Libretto Dominik Riedo / Inszenierung Chris Kondek / Bühne Sonja Füsti / Kostüme Julia von Leliwa / Lichtgestaltung Dino Strucken / Videodesign Ruth Stofer / Sounddesign Alain Pauli / Dramaturgie Beate Breidenbach
BESETZUNG
Tarantino Muff / Johnny Christina Daletska
Sulamit Hahnemann Annette Schönmüller
Urguru Ruben Drole
Trendy-Sandy-Mandy Alina Adamski
Harald Gottwitz Thomas Erlank
Dr. Karitzoklex Jungrae Noah Kim
Sprecher (Nachrichtenband) Felix Bierich
Ensemble Opera Nova
Irgendwann in der Zukunft. Ein medialer Overkill bedroht die Menschheit. Die Kommunikationsmedien sind aus den Fugen geraten. Sie haben sich flutwellenartig verselbständigt und sind zur nicht mehr beherrschbaren, apokalyptischen Gefahr geworden. Eine überforderte «Weltregierung» beschliesst die Evakuierung des Planeten, die Erde soll sich selbst überlassen bleiben, bis sie sich regeneriert hat.
Das Raumschiff, das die Menschen zum Planeten Elpisonia bringen soll, hebt ab. Alle verlassen die Erde. Doch ein Mann und eine Frau werden versehentlich zurückgelassen. Sie sind die letzten Menschen auf der Erde. Als sie ihre Situation realisieren, reagieren sie zunächst panisch und überdreht, kommen einander dann aber näher und erlernen eine neue – oder alte, nur verlorengegangene – Form der Kommunikation: Berührungen, Stille, wahrhaftiges Kennenlernen.
Mit dem grotesk überspitzten Musiktheaterprojekt Last Call setzen wir die Reihe der Opern-Kompositionsaufträge an Schweizer Komponisten fort, die wir im letzten Jahr mit Xavier Dayers Der Traum von Dir begonnen haben. Michael Pelzel gehört zu den erfolgreichsten Schweizer Komponisten seiner Generation. 2017 erhielt er den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung. Last Call, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Luzerner Autor Dominik Riedo, ist Michael Pelzels erstes Musiktheaterprojekt.
Die grosse Gereiztheit
nach „Der Zauberberg“ von Thomas Mann
Schauspielhaus Zürich, Schiffbau/Halle
Premiere 15. Mai 2019
Regie Karin Henkel, und Ensemble, unter der finalen Leitung von Maximilian Enderle (Regie) und Viola Hasselberg (Dramaturgie) / Bühne Thilo Reuther / Kostüme Adriana Braga Peretzki / Musik Alain Croubalian / Chorleitung Christine Gross / Video Kevin Graber, Ruth Stofer / Support Sounddesign Arvild Bauld / Regieassistenz Maximilian Enderle
BESETZUNG
Mit Christian Baumbach, Ludwig Boettger, Gottfried Breitfuss, Carolin Conrad, Fritz Fenne, Katrija Lehmann, Isabelle Menke, Michael Neuenschwander, Lena Schwarz, Friederike Wagner, Milian Zerzawy, Alain Croubalian, Kay Buchheim, Matthias Lincke
Das vorletzte Kapitel von Thomas Manns 1924 erschienenem Roman heisst „Die grosse Gereiztheit“. Plötzlich bricht in der feinen Gesellschaft lungenkranker Sanatoriumsgäste auf dem „Zauberberg“ eine unheimliche Zanksucht und Bösartigkeit aus. Thomas Mann lässt auf die grosse Gereiztheit das Schluss kapitel „Donnerschlag“ folgen, den Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Flachland, der auch die Hauptfigur Hans Castorp auf eines der europäischen Schlachtfelder ausspuckt. Man hätte es wissen können, aber die feine Gesellschaft hat die Information gepflegt umgangen und ist so zum Opfer einer katastrophalen Umwälzung geworden. Frank Schirrmacher attestiert Thomas Mann eine phänomenale Intuition und liest den Roman als „Sensibilitätsschulung für das Eintreten unerwarteter Ereignisse“. In einem angespannten Europa 2019, dessen Nachkriegsordnung längst der Vergangenheit angehört, entwickelt die Regisseurin Karin Henkel ihre ganz eigene Lesart dieses komplexen Stoffes.
Lazarus
von David Bowie und Enda Walsh
Nach dem Roman »The Man Who Fell To Earth« von Walter Tevis
Deutsch von Peter Torberg
Deutsches Schauspielhaus, Hamburg
Premiere 17. November 2018
Regie Falk Richter / Bühne Katrin Hoffmann / Kostüme Andy Besuch / Musikalische Leitung Alain Croubalian / Video Chris Kondek / Videomitarbeit Ruth Stofer / Licht Hartmut Litzinger / Dramatrugie Rita Thiele / Korrepetition Martin Hornung / Vocal Coach Jane Comerford
BESETZUNG
NEWTON Alexander Scheer
MÄDCHEN, SPÄTER MARLEY Gala Othero Winter
VALENTINE Tilman Strauß
ELLY Julia Wieninger
ZACH Thomas Mehlhorn
MICHAEL Yorck Dippe
JAPANERIN / MAEMI Sachiko Hara
BEN Jonas Hien
TEENAGE GIRLS (CHOREOGRAPHIE UND TANZ) Johanna Lemke, Nina Wollny, Chris Scherer, Ruth Rebekka Hansen BAND Sonja Beeh, Samantha Wright, Bernadette La Hengst, Hanns Clasen, Alain Croubalian, Stephan Krause, Rebecca Oehms, Kay Buchheim
„Look up here, I’m in heaven, I’ve got scars that can’t be seen …“
Thomas Jerome Newton, der Alien, der zur Erde „fällt“, um Wasser für seinen Wüstenplaneten zu finden, hat seine Mission verloren und endet desillusioniert, einsam und zerbrochen. Er möchte sterben, zurückkehren zu den Sternen, doch er ist in sich gefangen, verfolgt von Figuren, die ihn umkreisen, wobei sich – wie im Fiebertraum – die Grenzen zwischen Halluzination und Realität verwischen. Quälende Dämonen suchen ihn auf, aber auch ein Mädchen, das Erlösung verspricht …
1976 spielte David Bowie selbst den Außerirdischen, in der Verfilmung des Science-Fiction-Klassikers von Nicolas Roeg. Vierzig Jahre später schreibt Bowie die Geschichte Newtons weiter – gemeinsam mit dem irischen Dramatiker Enda Walsh. Bowie fügt viele seiner großen Songs ein, darunter »Absolute Beginners«, »Heroes« und »This is not America«, aber auch neue Songs, eigens komponiert für das fulminante Musical. »Lazarus« ist, neben dem Album »★« Bowies letztes Werk vor seinem Tod 2016.
»Lazarus« wird präsentiert mit freundlicher Genehmigung von Robert Fox, Jones / Tintoretto Entertainment sowie des New York Theatre Workshop. Aufführungsrechte Verlag Felix Bloch Erben, Berlin
Frankenstein
oder der moderne Prometheus
Frankenstein
oder der moderne Prometheus
oder der moderne Prometheus
von Dietmar Dath
inspiriert von Mary Shelley
Uraufführung
Schauspielhaus Zürich, Pfauen
Premiere 10. Januar 2019
Regie Stefan Pucher / Bühne Barbara Ehnes / Kostüme Annabelle Witt / Video Chris Kondek / Mitarbeit Video Ruth Stofer / Game Design Victor Morales / Musik Christopher Uhe / Licht Frank Bittermann
BESETZUNG
Mit Edmund Telgenkämper, Robert Hunger-Bühler, Fritz Fenne, Inga Busch, Lena Schwarz, Julia Kreusch
Vor 200 Jahren erfand Mary Shelley am Genfersee die Geschichte von Dr. Frankenstein und seinem namenlosen Geschöpf – und begründete damit das Genre des Science Fiction. Inspiriert durch einen Blitzschlag setzte sich Shelley mit einer Zeit im wissenschaftlichen Umbruch auseinander, deren Konflikte bis in die Gegenwart strahlen: der unreflektierte Fortschrittsglaube, die Entfremdung zwischen Mensch und Kreatur und die Überwindung des Todes. Science-Fiction-Autor Dietmar Dath und Regisseur Stefan Pucher, die gemeinsam Ibsens „Ein Volksfeind“ aufsehenerregend aktualisiert haben, nähern sich dem Stoff bildgewaltig vor dem Hintergrund unserer heutigen Entwicklung von künstlichem Leben und Bewusstsein.
Am Königsweg
von Elfriede Jelinek
Schweizer Erstaufführung
Schauspielhaus Zürich, Pfauen
Premiere 8. März 2018
Regie Stefan Pucher / Bühne Barbara Ehnes / Kostüme und Puppen Annabelle Witt / Musikalische Leitung Christopher Uhe / Video Chris Kondek / Videomitarbeit Ruth Stofer
BESETZUNG
Mit Sandra Gerling, Henrike Johanna Jörissen, Isabelle Menke, Elisa Plüss, Miriam Maertens, Julia Kreusch, Becky Lee Walters, Réka Csiszér
„Der König sieht mir nicht danach aus, als würde er überhaupt irgendetwas tun wollen. Ausser Schulden machen, daran sind aber auch wir schuld.“
Im Zentrum von Elfriede Jelineks düster-mäanderndem Text stehen Welten lenkende Könige und deren Herrschaft kommentierende Prophet(inn)en, beide mit Blindheit geschlagen. Sie richtet den Blick auf die gegenwärtigen Entwicklungen des Globus und lässt Stimmen und Motive aus der Mythologie und abendländischen Kulturgeschichte hervorschimmern, die sie als ewig kommentierende „sehende Dichterin“ paraphrasiert, konterkariert und ironisiert. Der „König“ Donald Trump, der seine Vormachtstellung den Tätigkeiten als Immobilienhändler und Casinobetreiber und Reality-TV-Darsteller verdankt, steht im Kontext eines Weltsystems, dessen Macht- und Besitzverhältnisse auf Kredit und Schulden beruht. Jelinek prophezeit das Versiegen der Worte derjenigen, die als Dichter und Denker die Zivilisation stets begleiteten.
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Oper in drei Akten
von Kurt Weill (1900-1950) und Bertolt Brecht (1898-1956)
Oper Zürich
Premiere 5. November 2017
Musikalische Leitung Fabio Luisi / Inszenierung Sebastian Baumgarten / Bühnenbild Barbara Ehnes / Kostüme Joki Tewes, Jana Findeklee / Lichtgestaltung Elfried Roller / Video-Design Chris Kondek / Videomitarbeit Ruth Stofer / Choreographische Mitarbeit Kinsun Chan / Choreinstudierung Janko Kastelic / Dramaturgie Claus Spahn
BESETZUNG
Leokadja Begbick Karita Mattila
Willy, der Prokurist Michael Laurenz
Dreieinigkeitsmoses Christopher Purves
Jenny Hill Annette Dasch
Paul Ackermann Christopher Ventris
Jakob Schmidt Iain Milne, Paul Curievici
Heinrich, genannt Sparbüchsenbill Cheyne Davidson
Josef, genannt Alaskawolfjoe Ruben Drole
Tobby Higgins Jonathan Abernethy
Philharmonia Zürich
Chor der Oper Zürich
Wer in Mahagonny keinen Spass hat, dem ist nicht zu helfen. Denn in der Paradiesstadt, die in der Oper von Bertolt Brecht und Kurt Weill errichtet wird, ist alles erlaubt. Genuss ohne Grenzen, Rausch bis zum Exzess. Fressen, Boxen, Saufen, Liebe machen – alles geht. Nur eines ist streng verboten: Am Ende nicht zahlen zu können. Diese Erfahrung macht der Glückssucher Paul Ackermann und kommt dafür auf den elektrischen Stuhl. Die Mahagonny-Oper von Brecht/Weill ist ein grossformatiger Bilderreigen aus der Werkstatt des epischen Musik-Theaters: anarchisch rumorend und gesellschaftskritisch ätzend. Kurt Weills scheinbar simple, aber immer doppelbödige Musik etabliert zwischen eingängigen Songs, hohem Opernton, Shimmy- und Foxtrott Adaptionen und Choralpersiflagen einen schrägen Schwung beim Tanz über dem Abgrund. Die Oper sei kulinarisch, schrieb Brecht, aber sie stelle das Kulinarische auch zur Diskussion. Sie greife die Gesellschaft an, die solche Opern benötige. Sie ist Oper und Anti-Oper zugleich und endet mit dem Untergang des «Du darfst»-Paradieses: Es erstickt an sich selbst. Seit der Uraufführung im Jahr 1930, die zu einem der grössten Skandale der Operngeschichte geriet, hat Mahagonny nichts von seiner Aktualität eingebüsst. Die Gesetze der menschlichen Glückseligkeit, die Paul Ackermann im Moment einer grossen Krise findet, lesen sich heute wie ein Hohelied auf den Turbokapitalismus des 21. Jahrhundert: «Nimm dir das Geld, du darfst es!»
Unsere Neuproduktion wird vom Brecht-erfahrenen Regisseur Sebastian Baumgarten in Szene gesetzt, der vor zwei Jahren am Opernhaus Zürich mit Wolfgang Rihms Hamletmaschine einen grossen künstlerischen Erfolg verzeichnete. Kann es für die schillernde Charakterrolle der Witwe Begbick eine attraktivere Besetzung geben als den Sopranstar Karita Mattila? Die finnische Grande Dame singt zum ersten Mal in einer Opernproduktion am Opernhaus Zürich und debütiert in der Partie der resoluten Stadtgründerin und Puffmutter. Die grossartige deutsche Sopranistin Annette Dasch gibt ihr Rollendebüt als Hure Jenny. Fabio Luisi dirigiert eines seiner Wunschstücke.
You Are Out There
Münchner Kammerspiele
Ringlokschuppen Ruhr
Schauspiel Leipzig
Hebbel am Ufer Berlin
Künstler*innenhaus Mousonturm, Frankfurt am Main
Premiere 27.Januar 2017
Idee, Konzept, Text Chris Kondek, Christiane Kühl / Performance Idella Craddock, Chris Kondek, Christiane Kühl / Ausstattung Sonja Füsti / Komposition und Musik Hannes Strobl / IT Idella Craddock, Felix Marthaler / Video Phillip Hohenwarter, Victor Morales, Ruth Stofer / Licht Marc Zeuske / Künstlerische Produktionsleitung, Regieassistenz Eva Lämmerzahl / Assistenz Christina Amrhein, Sandra Li Maennel Saavedra
Längst ist das Internet der Ort, an dem man uns als erstes begegnet. Wir alle erschaffen ständig neue digitale Profile und Avatare, lassen Domains, UserIDs und Passwörter unter den originellsten Namen registrieren. In jeglicher Hinsicht gilt: unsere Doubles sind da draußen und sie sind aktiv.
In der Performance YOU ARE OUT THERE konfrontiert das Digital Media-Ensemble doublelucky productions unsere omnipräsenten Selbstbildnisse mit dem stetig wachsenden Vermögen von Industrie und Bürokratie, die digitalen Doubles für ihre Zwecke arbeiten zu lassen. Geburtsurkunde, Führerschein, Gesundheitskarte, Pässe, Visa, Arbeitserlaubnisse und biometrischen Fotos – auch in den Datenbanken der Verwaltungen entstehen und leben Doubles von uns. Dank dieser Fülle an Profilen ist unsere Identifizierbarkeit so umfassend wie nie gewährleistet. Längst kooperieren die digitalen Selbstbilder aus den Sozialen Medien mit denen des Sicherheitsstaates und gewinnen mehr und mehr Kontrolle über unser physisches Sein. Die Doubles werden zu Doppelgängern, die ihre eigene Agenda verfolgen.
YOU ARE OUT THERE entwirft eine Welt, in der unsere Selfies zu Ausweisen und bisweilen wichtiger werden als die Personen, die sie repräsentieren. So sind es auch die Doppelgänger_innen des Publikums, die in YOU ARE OUT THERE zu Kompliz_innen einer multimedialen Geistergeschichte werden, um mit Hilfe experimenteller IT-Technologie den Spielraum für Identitätsmanipulationen dies- und jenseits der Legalitätsgrenzen neu auszuloten.
The Hairs Of Your Head
Are Numbered
Residenz Schauspiel Leipzig
Ringlokschuppen Ruhr
Münchner Kammerspiele
HAU Berlin
Premiere 18. Januar 2018
Concept, Direction, Text Chris Kondek, Christiane Kühl / Ausstattung Doris Dziersk / Composition, Music Hannes Strobl / Interaction Design Anna O. / Video Phillip Hohenwarter, Ruth Stofer / Electronics Engineering Grzegorz Zając / Data Visualization Kim Albrecht / Dramaturgical Advisor Maria Rößler / Lighting, Head of technical Production Marc Zeuske / Assistent Director Clara Romstedt / Assistence Stage and Costume Sarai Feuerherdt / Performance Joséphine Evrard, Chris Kondek, Christiane Kühl, Anna O., Grzegorz Zając
Der menschliche Körper begegnet uns zunehmend als Datenkörper. Bewegungen, Emotionen und Zustände werden vermessen, quantifiziert und in Daten verwandelt. Gleichzeitig sind quantifizierte Daten der Spiegel, in dem wir unsere Körper sehen. Während eine wachsende Anzahl von Menschen Vergnügen daran hat, mittels Life Tracking den eigenen Körper auf Schritt und Tritt zu überwachen, zu analysieren und in soziale Netzwerke zu kommunizieren, steht Smartphone-Usern eine App zur Verfügung, die anhand von Gesichtszügen die Gefühle anderer akkurat einschätzen kann. Auf der Cebit 2016 ließen sich Hunderte Menschen einen Chip unter die Haut pflanzen, über den sie mit ihrem SmartHome oder dem Bankautomaten kommunizieren können. War der Mensch bis vor Kurzem die analoge Lücke in der digitalen Welt, schließt sich diese Lücke mit unserer tatkräftigen Hilfe zusehends. Wir sind infiziert. Unsere Körper werden zunehmend zu Fremdkörpern. Und sind doch das Einzige, was wir haben. Aber wer sind wir? In ihrer neuen Performance „The Hairs Of Your Head Are Numbered“ macht die Berliner DigitalArts-Gruppe doublelucky productions den Körper zum Schauplatz: Mittels komplexer Technologien, die sie für die Theatersituation umprogrammieren, werden die Bedürfnisse und Defizite des Körpers in der digitalen Verstärkung spürbar. Gleichzeitig zielt die Arbeit darauf ab, das enorme Manipulationspotential solcher Technologien aufzuzeigen.
Dank an: Maximilian Gotzler/Flowgrade, Prof. Dr. Steffen Mau, Stephan Tuchscherer a.k.a. Graf Natural
Guts Reloaded
Mulitmedia Performance
NYC Itinerant Performance Art Festival, Grace Exhibition Space
Detroit (Lightbox Theater), Chicago (Hairpin Art Center)
Premiere 19. Mai 2017
Konzept Veronica Rodriguez, Rebecca Stofer, Ruth Stofer / Text Ruth Sofer / Performance Veronica Rodriguez/ Video Ruth Stofer / Komposition und Musik Rebecca Stofer / Voice Over Bernadita Sazunic / Stage Design und Kostüme Veronica Rodriguez, Ruth Stofer
Als Frau wird man mit vielen Erwartungen konfrontiert. Über die Jahre stellt Frau fest, dass diese nicht in einem Leben erfüllt werden können. Die perfekte Frau gibt es nicht. Anhand von Interviews, welche auf der Strasse mit verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Ethnien und Hintergründen durchgeführt wurden, suchten die Künstlerinnen nach den Qualitäten und den Charakteristiken einer grossartigen Frau. Entstanden ist eine multimediale Performance die ganze einständig mit dieser Thematik umgeht.
Hollow Body
Audio-Video-Live-Installation 2 Channal Video, HD mit Ton
Heiliggeistkapelle Luzern
Premiere 26. Oktober 2019
Konzept Remo Seeland und Ruth Stofer / Video Ruth Stofer / Zweite Kamera Rebecca Stofer / Audio und Live Glockenspiel Remo Seeland / Live Trompete Steve Fors / Live Gesang Vera Kolly / Live Audiomischung Roger Hofmann / Gastmusiker Rainer van Houdt, Norman Westberg / Schauspieler:in Aaron Pollard, Lara Novic
Basieend auf den auditiven Erfahrungen in den Gr oßstädten - z.b. der New Yorker Subway - komponiert Remo Seeland eine «atonale Synphonie» welche durch das Rütteln der überfüllten und stickigen Züge ein ganzkörperliches Erlebnis provozierte. Seeland entwickelt Soundcollagen mit diversen elektroakustischen Instrumenten, sowie mit Field Recordings und reiner Elektronik. Für Plattentaufe konzipieren die Videokünstlerin Ruth Stofer und Remo Seeland erstmals eine gemeinsame Arbeit - eine Audio-Video-Live-Installation mit Live Gastmusiker:innen.
Wagner und Filmmusik:
Video-Installation
von Ruth StoferWagner-Foyer im Opernhaus, Zürich
Premiere: 3. Mai 2024
Dramatrugie Beate Breidenbach / Video Ruth Stofer
Musikalische Zitate aus Opern Richard Wagners finden sich in einer fast endlosen Reihe von Hollywood-Filmen. Aber auch Richard Wagners Einfluss auf die Filmmusik insgesamt kann kaum übersch.tzt werden, denken wir an seinen Orchesterklang und seine Arbeit mit Leitmotiven. In dieser Video-Installation geht die Schweizer Videokünstlerin Ruth Stofer den Spuren von Richard Wagners Musik im Kino nach; aus unzähligen Ausschnitten von Filmen, die Wagners Musik verwenden, entsteht ein Kaleidoskop der unterschiedlichsten Filmzitate, das uns das Zusammenwirken von Klang und Bild noch einmal neu erleben lässt.