Serse
Dramma per musica in drei Akten von Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Unbekannter Librettist nach einem von Silvio Stampiglia bearbeiteten Operntext von Nicolò Graf Minatos
Premiere Theater Winterthur
6. Mai 2023
Premiere Opernhaus Zürich
29. September 2024
Musikalische Leitung Enrico Onofri, Markellos Chryssico / Inszenierung Nina Russi / Bühne Julia Katharina Berndt / Kostüme Annemarie Bulla / Video Ruth Stofer / Lichtgestaltung Hans-Rudolf Kunz / Dramaturgie Kathrin Brunner
Serse Raffaele Pe / Siena Licht Miller
Arsamene Christophe Dumaux / Simone McIntosh
Amastre Noa Beinart / Freya Apffelstaedt
Romilda Anna El-Khashem / Yewon Han
Atalanta Miriam Kutrowatz / Chelsea Zurflüh
Ariodate Miklos Sebestyén / Benjamin Molonfalean
Elviro Gregory Feldmann
«Ombra mai fù» ist eine der beliebtesten Arien aus der Barockzeit und so bekannt wie das «Ave Maria» von Schubert. Dass dieser Evergreen aus Georg Friedrich Händels drittletzter Oper Serse stammt und auch gar nicht so ungebrochen feierlich gemeint ist, wie es zunächst scheint, dürften jedoch die wenigsten wissen. Die Arie steht am Beginn der Oper und zeigt den Herrscher Serse (Xerxes), wie er sich selbstzufrieden der schattigen Schönheit der Natur hingibt. Doch es ist bloss die Ruhe vor dem Sturm. Denn Serses Objekt der Begierde wechselt urplötzlich von einer schattenspendenden Platane auf ein weibliches Wesen: Romilda, die Verlobte seines Bruders Arsamene. In der Folge jagen sich Intrigen und Missverständnisse, und die Akteure – eine betrogene Braut, zwei unglücklich Liebende, eine intrigante Schwester und ein ungeschickter Diener – durchleben das gesamte Gefühlsspektrum von Wut, Eifersucht und Enttäuschung bis zum höchsten Liebesglück. Äusserst facettenreich charakterisiert Händel dabei seine Titelfigur. Serse, der Herrscher, ist in keinem Moment souverän, sondern seinen Begierden und menschlichen Schwächen hilflos ausgeliefert. Die Oper fiel bei ihrer Uraufführung 1738 beim Publikum durch. Heute jedoch zählt Serse zu den beliebtesten Stücken Händels. Am Theater Winterthur spürt die junge Schweizer Regisseurin Nina Russi gemeinsam mit den Mitgliedern des Internationalen Opernstudios dem psychologischen Hintersinn dieses Werks nach, Dirigent ist der griechische Barockspezialist Markellos Chryssicos.